Kein Grund zum Zweifeln!
Max Gasser, Einwohnerrat Windisch
Als Modell dafür, wie ein kommunales EW erfolgreich und gewinnbringend betrieben werden könne, präsentierten die Gegner in ihrer Veranstaltung vom 19. Mai das deutsche EW Schönau. Die Ausführungen der Mitinitiantin und Geschäftsführerin Ursula Sladek machten jedoch rasch klar, dass «Schönau» für Windisch keineswegs als Beispiel dienen kann. Tatsächlich förderten ergänzende Recherchen und Kontakte Folgendes zutage: Das EW Schönau verdankt seine Entstehung einer Bürger-Initiative, die aus der Anti-AKW-Bewegung hervorging. Diese trommelte unter Gleichgesinnten Geld zusammen, um für mehrere Millionen DM das Verteilnetz der kleinen Gemeinde Schönau im Südschwarzwald (ca. 2500 Einwohner) zu übernehmen. Das Netz diente der neu gegründeten «Elektrizitätswerk Schönau Vertriebs-GmbH» (EWS) dazu, Öko-Strom zu kaufen und die angeschlossenen Haushalte damit zu versorgen. Dies nicht in der Absicht, Gewinne zu erwirtschaften, sondern eine Alternative zum Strom aus KKWs und mit fossilen Brennstoffen betriebenen Elektrizitätswerken zu bieten. Die Strommarkt-Liberalisierung verschaffte dem Unternehmen die Möglichkeit, in den Stromhandel einzusteigen und seinen Ökostrom in ganz Deutschland anzubieten. Mittlerweile versorgt das EWS 65 000 Haushalte und setzt damit jährlich 27 Millionen Euro um. Daraus resultiert ein bescheidener Reingewinn von schätzungsweise 200 000 Euro. Trotz dem geringen Ertrag ist der Strom des EWS vergleichsweise sehr teuer: Die Kilowattstunde kostet – in Schweizer Währung umgerechnet – zwischen 34 und 37 Rappen. Dazu kommt noch eine monatliche Zusatzgebühr von ca. 11 Franken.
Demgegenüber kostet die Kilowattstunde bei der verteufelten EnBW – der Eigentümerin der schweizerischen und hierzulande produzierenden Enalpin AG – für Privathaushalte in Deutschland rund 29 Rappen bei einer Grundgebühr von ca. Fr. 12.80. Es kann also keine Rede davon sein, dass die EWS eine kommunale Gesellschaft ist, hohe Gewinne zugunsten des Gemeinwesens erzielt und einen speziell günstigen Strom liefert. Sondern das Unternehmen ist klar auf die Lieferung von Öko-Strom an ausgewählte Haushalte fokussiert, die bereit sind, dafür mehr zu bezahlen. Umgekehrt liefert die Enalpin AG ausschliesslich Öko-Strom aus landeseigenen Wasserkraftwerken – und dies zu einem günstigen Preis. Angesichts dieses Sachverhalts gibt es keinen Grund, an der Seriosität und der Vertrauenswürdigkeit der Enalpin als künftiger Eigentümerin des EW Windisch zu zweifeln.