Referendum für freie Stromprodukte-Wahl - Aufruf zur Unterschriftensammlung:

„Die Gemeinde Windisch will mit dem Label Energiestadt eine nachhaltige kommunale Energiepolitik vorleben und umsetzen.“ So schreibt der Gemeinderat in der Vorlage an den Einwohnerrat zu den Stromprodukten des Elektrizitätswerks Windisch. Dieses Vorhaben wurde bislang auf demokratischem Weg angegangen, indem es den Einwohnerinnen und Einwohnern von Windisch gegenwärtig möglich ist, gegen Aufpreis erneuerbare Energie zu beziehen. Nun scheint dies in den Augen des Gemeinderats und der Hälfte des Einwohnerrats allerdings nicht genug.

In der Botschaft wird beklagt: „dieses Angebot wurde leider nur selektiv und in kleinen Mengen ergriffen. Gründe hierzu waren unter anderem administrative Hürden und die entsprechenden Mehrkosten für die Kunden.“ Vom Einwohnerrat wurde entsprechend am 24. Oktober beschlossen, den Strompreis an das neue “Basisprodukt“ Wasserstrom Schweiz zu binden. Möchte man – aus persönlichen und von der Gemeinde zu respektierenden Gründen – weiterhin Graustrom (das heisst: eine Mischung aus Atom- und Wasserkraft) beziehen, kann man dies tun. Die Auswahl verkommt allerdings zur Farce, da der bisher günstigere Graustrom gleich teuer wie der Wasserstrom wird. Lediglich gewerbliche Stromverbraucher mit einem Bezug von über 100'000 kWh pro Jahr erhalten den günstigeren Strom auch zu entsprechend tieferen Preisen.

20 Einwohnerrätinnen und Einwohnerräte wollen aber die Normalverbrauchenden zwingen, mehr für ihren Strom zu bezahlen, selbst wenn sie dies nicht wollen. Eine Urnenabstimmung über die Vorlage wurde an der Einwohnerratssitzung explizit abgelehnt. Fast möchte man Bertolt Brecht zitieren, der zu DDR-Zeiten eine ähnliche “Lösung“ (so der Titel seines Gedichts) vorschlug: „Das Volk hat das Vertrauen der Regierung verscherzt. Wäre es da nicht doch einfacher, die Regierung löste das Volk auf und wählte ein anderes?"

Um den stimmberechtigten Windischerinnen und Windischern zu ermöglichen, über diese Vorlage selber zu bestimmen – und schlussendlich selber zu entscheiden, welchen Strom sie zu welchem Preis beziehen möchten – hat ein Komitee aus FDP- und SVP-Vertretern das Referendum ergriffen. Hier ist derUnterschriftenbogen: